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Geschichte Madagaskar

Madagaskar entstand vor 80 - 120 Millionen Jahren durch die damals einsetzende Abspaltung der heutigen Kontinentalplatten. Es war bereits von einer reichen Tierwelt bewohnt und bildete die Bruchstelle zwischen Afrika und Asien.

Nur wenig ist bekannt über die erste große Einwanderungswelle nach Madagaskar, die man auf das dritte bis sechste Jahrhundert nach Christus datiert. Bei diesen ersten Besiedlern handelte es sich jedoch nicht, wie man vermuten könnte, um Afrikaner, sondern um Malaien aus Indonesien.

Die Besiedelung Madagaskars durch Afrikaner geschah später und nicht freiwillig. Die meisten wurden von arabischen Sklavenhändlern von der Ostküste des afrikanischen Kontinents nach Madagaskar verschleppt. Die Araber beherrschten bis ins 19. Jahrhundert hinein große Teile des madagassischen Außenhandels.

Madagaskar war zunächst dünn besiedelt. Erst mit zunehmender Bevölkerung bildeten sich Königreiche heraus.

Am 10. August 1500 sichtete der portugiesische Seefahrer Diego Dias als erster Europäer Madagaskar und nannte die Insel São Lorenço. Später erscheint die Insel auch unter dem Namen Santa Apolonia auf den Karten der Portugiesen.

Versuche, die Insel zu kolonisieren, scheiterten am Widerstand der Einheimischen und der widrigen Landesnatur. Im 17. und 18. Jahrhundert beherrschten Piraten die Küsten, während im Landesinneren Stammesfürsten mächtige Staaten errichteten. Erst 1896 gelang es den Franzosen, Madagaskar ihrem Kolonialreich einzuverleiben. Am 26.9.1960 wurde die Insel unabhängig. Zwischen 1972 und 1975 herrschte eine Militärdiktatur.

1975 wurde Didier Ratsiraka nach Studentenrevolten und einem Militärputsch zum Präsidenten der sozialistischen Republik Madagaskar ausgerufen. In den folgenden Jahren wurde Madagaskar durch seine stalinistisch-kommunistisch orientierte Militärregierung wirtschaftlich zu Grunde gerichtet.

1991 wurde Ratsiraka zum Rücktritt gezwungen und eine demokratische Verfassung auf Basis einer Präsidialdemokratie trat in Kraft. Albert Zafy wurde 1993 zum neuen Präsidenten gewählt.

Bei vorgezogenen Präsidentschaftswahlen im Jahre 1996 unterlag Zafy und der alte Diktator Didier Ratsiraka wurde erneut gewählt, jetzt allerdings unter republikanisch-demokratischen Vorzeichen.

Die Präsidentschaftswahlen im Jahre 2001 brachten dem Herausforderer Marc Ravalomanana zwar die Mehrheit der Stimmen, aber durch Wahlmanipulationen versuchte sich Didier Ratsiraka weiterhin im Amt zu halten. Erst im Juni des Jahres 2002 musste er sich nach politischer Intervention der Vereinigten Staaten geschlagen geben und ging ins Exil nach Frankreich.

Zur Zeit ist Marc Ravalomanana amtierender Präsident des Landes, das er nun dem immer noch starken französischen Einfluss ein wenig entziehen will. Ein Fokus der aktuellen Politik liegt auch auf dem Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland.

Im Jahr 2007 besuchte Marc Ravalomanana zum zweiten Mal Deutschland, als Gegenbesuch des deutschen Präsidenten Köhler in Madagaskar im Jahre 2006. Sein Besuch unterstrich die steigende Bedeutung, die Deutschland in den Außenbeziehungen Madagaskars heute einnimmt.



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