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INFOS ÜBER LAND UND LEUTE zu Madagaskar

Allgemein - HochplateauxMadagaskar ist mit 592.000 Quadratkilometern und 5000 km Küste eineinhalb Mal so groß wie Deutschland und nach Grönland, Neuguinea und Borneo die viertgrößte Insel der Welt. Sie wird auch der "achte Kontinent" genannt. Diese Bezeichnung bezieht sich weniger auf die Größe der Insel als auf ihre lange isolierte Entwicklung, die eine sehr eigenständige Natur entstehen ließ. 80% der Tier- und Pflanzenwelt sind endemisch und weltweit einzigartig. Die Insel liegt im Indischen Ozean und ist durch die Straße von Mosambik von Ostafrika getrennt Die Entfernung zum afrikanischen Festland beträgt 400 Kilometer. Madagaskar wurde vor 150 Millionen Jahren von Afrika und vor 90 Millionen Jahren von Indien getrennt. Bis vor 2000 Jahren war Madagaskar noch nicht von Menschen bewohnt.

Klima
Madagaskar liegt im tropischen Klima des Südäquatorialstromes. Die Niederschläge nehmen von Ost nach Südwest kontinuierlich ab. So fallen an der Westküste jährlich teilweise nur 500 mm , während es an der Ostküste regional schon 4000 mm sein können. Die Durchschnitts- Temperatur liegt bei 25 °C. An den Küsten kann sie höher liegen und auf dem Hochland unter den Gefrierpunkt sinken.

Geographie
Es gibt sechs Provinzen: Antananarivo, Fianarantsoa im Südosten, Toliara (Tulear) im Süden, Mahajanga im Westen, Toamasina im Osten, Antsiranana (Diego Suarez) im Norden. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 1.580 km, die Ost-West-Ausdehnung 580 km. Es gibt vier Landschaftszonen:

die Ostküste: mit Regenwald bedeckte Berghänge, stufig zur Küste abfallend

das zentrale Hochland: im Inneren der Insel mit 800 bis 1.600 m Höhe, vulkanischen Ursprungs

die Westküste: mit weiten Küstenebenen

der Süden: mit halbwüstenartigem Charakter

Zusätzlich gibt es zwei tropische Badeinseln: Nosy Be (Duftinsel) und St. Marie (Pirateninsel)
Das zentrale Madagaskar ist die Hochebene. Dieses Plateaux bedeckt etwa zwei Drittel der Insel und ist der Grund für die ethnischen, klimatischen und landschaftlichen Unterschiede der West- und Ostküste. Die höchste Erhebung ist der Maromokotro mit 2886 m Höhe. Das nördliche Hochland ist eine fruchtbare Region, in dem Vanille, Kaffee und Zuckerrohr angepflanzt werden. Zur Westküste fällt es in Stufen ab. Diese Region war mit trockenem Laubwald bedeckt, weist aber kaum noch Baumbestand auf und besteht fast ausschließlich aus Savanne.

Der Osten besteht aus mit Regenwald bedeckten Berghängen und einem 10 bis 50 km breiten, flachen und fruchtbaren Landstreifen, in dem u.a. Kaffee angepflanzt wird. Im Landesinnern verläuft entlang der Küste der Ampangalana-Kanal, der die einzige ganzjährige Verbindung zu den anderen Landesteilen darstellt. Die Infrastruktur in dieser Region ist relativ schlecht.

Der Süden ist trocken, heiß und wird von Savannen und Halbwüsten bedeckt.

Die wichtigsten Städte und Ausflugsziele

Im zentralen Hochland
Die Hauptstadt und andere wichtige Städte liegen in dieser zentralen Region.
Antananarivo, als Tana abgekürzt, ist auf drei Ebenen erbaut. Der Palast der Königin und das königliche Dorf (Rova) stehen unter Denkmalschutz. Auf der niedrigsten Ebene d Allgemein - Tanaer Stadt befindet sich der Analakely-Markt, Tsimbazaza, der Zoo und Botanische Garten.
Ambohimanga ist der Geburtsort des Staates Madagaskar und liegt 20 km von Tana entfernt. Die Stadt ist von Wäldern umgeben und als »Blaue -,Heilige,- oder als verbotene Stadt« bekannt. Auch hier gibt es einen königlichen Palast. Die Zitadelle war einmal eine bedeutende Merina-Festung. Es stehen noch heute Gebäude, die für Zeremonien benutzt wurden. Das Haupttor besteht aus einer Steinscheibe, die nur von 40 Männern bewegt werden kann.
Mantasoa liegt 80 km von Tana entfernt und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Das Gelände umfasst einen künstlichen See, Pinienwälder und Madagaskars erstes Industriegelände.
Ampefy (90 km von Tana entfernt) ist ein vulkanisches Gebiet mit Wasserfällen, einem Vulkansee und Geysiren.
Perinet (auch Andasibe) liegt 140 km von der Hauptstadt entfernt, ist ein Naturschutzgebiet und die Heimat des Indri (schwanzloser Maki) sowie vieler Orchideenarten.
Antsirabe (170 km von der Hauptstadt entfernt) ist ein Thermalbad sowie Madagaskars größtes Industriezentrum. Die Stadt wird von vulkanischen Hügeln mit Kraterseen umgeben.

Der Norden
Der üppig-grüne Norden des Landes wird von zwei großen Bergen überragt. Der Tsarantanana (2880 m), ist besonders im höher gelegenen Regenwald mit Riesenfarnen und Flechten bewachsen. Der Nationalpark Montagne d’Arbre (1500 m) beherbergt die berühmten Orchideen und zahlreiche Lemurarten. Im Osten fällt zwischen Dezember und März der Monsunregen.
Mahajanga ist die Provinzhauptstadt an der Mündung des größten Flusses, dem Betsiboka. Die Straße ist nur zwischen Juli und Oktober befahrbar. Man kann mit Booten nach Nosy Bé und zu anderen Inseln fahren. Bei Ankarafantsika befindet sich ein Naturschutzgebiet. Nosy Bé ist Madagaskars wichtigstes Urlaubsgebiet. Die Insel wird von kleineren Inseln umgeben und liegt vor der Westküste. Man kann sie in einer Flugstunde von Tana aus erreichen. Der kosmopolitische Küstenhafen Antsiranana (früher Diégo Suarez) an der nördlichsten Inselspitze überblickt einen schönen Golf. Oberhalb der Stadt entfaltet sich eine herrliche Landschaft mit Seen, Wasserfällen, Höhlen und Regenwald.

Bei Ramena gibt es einen schönen Sandstrand, allerdings wird hier vor Haien gewarnt. Die Straße Richtung Süden zur Hauptstadt ist nur zwischen Juli und Oktober befahrbar.
Ile Ste-Marie (Nosy Boraha) ist eine Insel vor der Ostküste, 150 km nördlich von Toamasina. Einige historische Stätten sind hier zu finden, einschließlich Madagaskars ältester katholischer Kirche.
Die Provinzhauptstadt Toamasina liegt an der Ostküste und hat den größten Hafen des Landes. Sie liegt acht Autostunden von Antananarivo entfernt und bietet mehrere Märkte.

Der Süden
Im kargen Süden fallen vor allem die vielen seltsamen affenbrotbaumartigen Pflanzen auf.
Die Provinzhauptstadt Fianarantsoa ist ein wichtiges Zentrum der Wein- und Reisproduktion sowie ein guter Ausgangspunkt, um das südliche Hochland zu erforschen. Zu den interessantesten Ortschaften der umliegenden Berge gehört Amabalavao, das die »Heimat der Verstorbenen« sein soll. Man stellt hier Antemore-Papier und Lamba-Aridrano-Seide her. In Ambositra und den benachbarten Zafimaniny-Dörfern werden komplizierte Holzeinlegearbeiten hergestellt. Der Isalo-Nationalpark liegt in einer Sandsteinbergkette (erreichbar per Fahrzeug mit Allradantrieb oder zu Fuß mit einem Führer). In Ranomafana ist ein Thermalbad.
Taolanaro (vormals Fort Dauphin) liegt an der Südostspitze der Insel und war die erste französische Siedlung auf Madagaskar. Teile der Festung aus dem 17. Jahrhundert sind noch zu sehen. Die Stadt und ihre Umgebung sind für Meeresfrüchte, Orchideen und fleischfressende Pflanzen bekannt. In der Nähe befindet sich der Berenty-Nationalpark.

Der Westen

Der Westen war einst mit üppigen Laubwäldern bewachsen, besteht heute überwiegend aus Savanne. Dieser Landesteil ist nur spärlich bevölkert, der größte Wirtschaftszweig der Region ist die Zucht von Zebus, die im 8. Jahrhundert von südostasiatischen Siedlern eingeführt wurde.
Toliara ist die Provinzhauptstadt der Südwestküste mit herrlichen Stränden sowie Gelegenheiten zum Tauchen, Fischen, Segeln und weiteren Wassersportarten.

Flora und Fauna
Die Insel war ursprünglich komplett bewaldet . Von den ursprünglichen Regenwäldern sind nur noch 4 % erhalten. Die größten Regenwaldflächen, die noch existieren, liegen auf der Masoala-Halbinsel. Von Osten nach Westen geht der Regenwald über die Feuchtsavanne in die Trocken- und im Süden auch Dornsavanne über. Fast 90 % der Insel sind heute von Steppe bedeckt. Wiederaufforstungsversuche waren bislang weitgehend erfolglos.
Durch seine geographische Isolation beherbergt Madagaskar eine einzigartige Fauna und Flora, ca. 80% davon sind endemisch. Tiergruppen wie Lemuren und andere Feuchtnasenaffen kommen nur hier vor. Eine rein madagassische Tiergruppe sind die igelähnlichen Tenreks und die Bernierente, die zu den seltensten Wasservögeln der Welt gehört. Daür fehlen Arten wie Affen und Giftschlangen. .

Die prominentesten Urbewohner Madagaskars sind die Lemuren (Halbaffen). Man bezeichnet sie als die höchstentwickelten Säugetiere des Urkontinents. Auf Madagaskar haben sich bis heute 30 Lemuren-Arten mit einem reichen Sozialleben entwickelt.
Ebenfalls aus der Urzeit stammen viele Schlangenarten. Echsen in allen Abwandlungen (mehr als 200 Arten), von den Chamäleons bis zum ausgewachsenen Nilkrokodil. Unter anderem gibt es auf Madagaskar mehr als 2.000 Schmetterlingsarten.

Bevölkerung
Madagassen leben sehr traditionsbewusst, wobei ausländische kulturelle Einflüsse im Laufe der Zeit integriert worden sind. Dem umfangreichen kulturellen Reichtum gegenüber steht eine weit verbreitete materielle Armut, erschwert durch Naturkatastrophen (Wirbelstürme, Dürre). Das große Bevölkerungswachstum in Verbindung mit dem traditionellen Abbrennen von Wald für landwirtschaftliche Zwecke und der Rodung für Bau, Heizmaterial und andere Zwecke verursacht große ökologische Probleme. Auf Madagaskar leben nach offiziellen Angaben 18 miteinander verwandte Bevölkerungsgruppen malaiischer, afrikanischer und arabischer Herkunft. Die kulturelle Einheit drückt sich insbesondere durch die gemeinsame Sprache (Malagasy) aus.
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